Wie äußert sich eine Mandelentzündung?
Im ärztlichen Hausbesuch berichten mir Patient*innen häufig zunächst von
Halsschmerzen, die sich anfangs wie ein harmloser Infekt angefühlt haben. Oftmals höre
ich Sätze wie „Anfangs dachte ich, es geht von allein wieder weg“. Wenn es aber soweit ist,
den Bereitschaftsdienst zu rufen, dann dominieren meist Symptome wie hohes Fieber,
klosige Sprache, Schluckbeschwerden und manchmal sogar Atembeschwerden.
Patient*innen berichten dann manchmal sogar davon, dass sie kaum noch was essen oder
trinken können. Deswegen reuziert sich so zusätzlich zum Infekt ihr Allgemeinzustand rapide. Spätestens an diesem Punkt macht es Sinn, sich ärztlich untersuchen zu lassen.
Nach meiner Ankunft bei Patient*innen mit diesem Krankheitsbild verschaffe ich mir
zunächst einen Eindruck vom Allgemeinzustand. Ich untersuche den Rachen und
beurteile die Mandeln und Lymphknoten. Viele Patient*innen wirken zu diesem Zeitpunkt
bereits sehr erschöpft, der Kreislauf ist richtig im Keller, weil sie seit Stunden oder
Tagen kaum Flüssigkeit zu sich nehmen konnten. Häufig zeigen sich weißliche Beläge
oder sogenannte „Stippchen“ auf den Mandeln, die auf eine eitrige Entzündung
hinweisen können. In manchen Fällen sind die Mandeln sogar so stark geschwollen, dass
sie sich in der Mitte berühren. Das Schlucken wird dann erschwert, ebenfalls berichten
Patient*innen dann von einem Engegefühl im Hals.
Was tun wir im Hausbesuch bei einer Mandelentzündung?
Da eine Mandelentzündung sowohl viral als auch bakteriell bedingt sein kann, führe ich
bei passender Symptomatik Schnelltests durch. Hierbei teste ich mit einem Abstrich auf gängige virale Erreger, aber auch Bakterien, die typischerweise eine eitrige Mandelentzündung verursachen können. Diese Tests erfolgen vor Ort, in wenigen
Minuten ist das Ergebnis bereits sichtbar. Durch diese Tests lässt sich einschätzen, ob
eine bakterielle Infektion vorliegt und ob eine weitere Behandlung, z.B. mit Antibiotika, sinnvoll ist.
Bei sehr starken Schmerzen und hohem Fieber versuche ich, diese zunächst im
Hausbesuch zu lindern. Bei Flüssigkeitsmangel und wenn Sie stark geschwächt sind, kann auch eine Infusionstherapie sinnvoll sein und erfolgt regelmäßig im hausärztlichen
Bereitschaftsdienst. Dabei werden Ihnen Vitamine und Nährstoffe zusammen mit viel Flüssigkeit direkt in die Blutbahn gegeben. Nach einer Infusion fühlen sich Patient*innen schnell besser. Im Bereitschaftsdienst besprechen wir ebenfalls, worauf in den nächsten Tagen zu achten ist, wie die Therapie weitergeführt werden sollte und wann eine erneute ärztliche Vorstellung notwendig ist. Zeigen sich Hinweise auf einen komplizierten Verlauf, bespreche ich alle Schritte ausführlich, sodass sich die Patient*innen sicher fühlen. Zum Abschluss erhalten meine Patient*innen einen schriftlichen Befundbericht und auch, falls
benötigt, eine Krankschreibung.
Wenn Halsschmerzen mit hohem Fieber, ausgeprägten Schluckbeschwerden oder einer
raschen Verschlechterung des Allgemeinzustandes einhergehen, zögern Sie nicht,
unsere ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Hausbesuch lässt sich oft gut einschätzen, was hinter den Beschwerden steckt und wie man Sie sinnvoll unterstützen und therapieren kann.
Achtung! Dies ist keine Beratung im medizinischen Sinne und kann auch keine solche ersetzen. Im Zweifel sprechen Sie uns oder andere Profis an. Die Medizin ist eine sehr individuelle Wissenschaft.

